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Vogelbeobachtung auf Elba im Herbst und Winter

Herbst und Winter sind auf Elba eine eigene Saison für Vogelfreunde: Basstölpel und Seetaucher auf dem Meer, Reiher in den Salinen, ruhige Wege. Wohin, was sehen und wie planen.

5 Min. Lesezeit
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Kurz gesagt

Zwischen Ende August und Ende September ziehen Tausende Greifvögel über Elba Richtung Afrika. Im Winter verlagert sich das Geschehen auf Meer und Feuchtgebiete: Basstölpel, Seetaucher, Säger, Reiher.

Hotspots: Salinen von Portoferraio, Mola, Flussmündung von Marina di Campo, Capo d'Enfola, Westküste.

Geführte Touren: Info Park in Portoferraio, Tel. +39 0565 908231.

Vogelbeobachtung auf der Insel Elba verbindet man meist mit dem Frühling oder dem Greifvogelzug im September. Doch Spätherbst und Winter sind eine ganz eigene Saison: Die Strände leeren sich, an den Küsten treffen Arten ein, die in Nordeuropa brüten, und die Feuchtgebiete rund um Portoferraio und Porto Azzurro werden zum Rastplatz für Reiher und Watvögel. Hier erfahren Sie, wohin es geht, was Sie erwartet und wie Sie entspannte Fernglas-Tage in der Nebensaison planen.

Warum Elba für Vogelbeobachter spannend ist

Elba liegt auf einer der Routen, über die europäische Greifvögel nach Afrika ziehen. Viele folgen der toskanischen Küste bis zum Vorgebirge von Piombino und überqueren dann das Meer, getragen von der Thermik über Elba und Pianosa. Laut dem Nationalpark Toskanischer Archipel wurden zwischen 2006 und 2016 auf Pianosa und Elba von der zweiten Augusthälfte bis zur zweiten Septemberhälfte mehr als 10.000 Greifvögel gezählt, im Schnitt fast 100 pro Tag.

Der klassische Beobachtungspunkt ist der Gipfel des Monte Serra (422 m, Rio nell'Elba), wo das Toskanische Ornithologische Zentrum jahrelang sein „Greifvogel-Camp“ betrieb: 2015 wurden dort in 25 Tagen über 1.400 Greifvögel registriert. Rohrweihe und Wespenbussard machen rund 80 % der Sichtungen aus, gefolgt von Sperber und Fischadler.

Was man von November bis Februar sieht

Auf dem Meer und an der Küste

  • Basstölpel: weiß mit schwarzen Flügelspitzen, rund 1,80 m Spannweite; den ganzen Winter über beim Stoßtauchen von der Küste aus zu sehen.
  • Sterntaucher und Mittelsäger: überwintern an Elbas Küsten und kommen manchmal in die Häfen oder nah an die Strände.
  • Kormoran: Wintergast in kleiner Zahl; die Krähenscharbe ist ganzjährig da.
  • Korallenmöwe: Wahrzeichen des Parks und seltenste Möwe der Welt, erkennbar am korallenroten Schnabel mit dunkler Binde.

In Feuchtgebieten und Macchia

  • Graureiher und Seidenreiher in den alten Salinenbecken; gelegentlich Flamingos.
  • Watvögel wie Waldwasserläufer und Kiebitzregenpfeifer; die Wasserralle im Schilf.
  • Wintergäste in Gärten und Olivenhainen: Rotkehlchen und Drosseln.
  • Besondere Standvögel: Wanderfalke an den Felswänden des Monte Capanne, Sardengrasmücke und Korsengirlitz in höheren Lagen.

Wohin: Feuchtgebiete und Landspitzen

Salinen San Giovanni und Schiopparello (Portoferraio)

Die alten Salinen an der Ostseite der Bucht sind das am leichtesten erreichbare Feuchtgebiet. Beobachtet wird von außen mit Fernglas oder Spektiv: Es gibt keinen ausgeschilderten Weg, und einige Becken werden heute anders genutzt. Schiopparello liegt etwa 3 km vom Hafen Portoferraio entfernt. Ortsporträt: Salinen von Schiopparello.

Mola (Porto Azzurro)

Ein ehemaliges Sumpfgebiet am Ende des Golfs von Porto Azzurro, wo mit Unterstützung des Parks und freiwilliger Helfer von Legambiente ein Süßwasserbecken angelegt wurde. Ein guter Ort für Wasserralle und Watvögel.

Ebene und Flussmündung von Marina di Campo

Hinter dem Strand, rund um die Mündung, zieht die Sumpfvegetation Süßwasserarten an. Am besten früh morgens, wenn kaum jemand unterwegs ist.

Capo d'Enfola und Westküste

Für die Meeresbeobachtung im Winter braucht man erhöhte Punkte über dem Wasser: die Landspitze Enfola nordwestlich von Portoferraio und den Küstenabschnitt zwischen Chiessi, Pomonte und Patresi. Früher Morgen und später Nachmittag sind ideal für Basstölpel, Krähenscharben und Möwen. Routen finden Sie unter Wanderwege auf Elba.

Das Vogeljahr auf der Insel

Zeitraum Was man beobachtet
März–Mai Frühjahrszug: Sperber und Mäusebussarde ab März, Rohrweihen ab Ende März, Wespenbussarde vor allem im Mai; afrikanische Singvögel.
Ende August–Mitte September Höhepunkt des Greifvogelzugs nach Süden. Monte Serra und die östlichen Landspitzen sind die Anlaufpunkte.
Oktober–November Letzte Zugvögel, Singvögel entlang der Westküste, erste Wintergäste in den Feuchtgebieten.
Dezember–Februar Basstölpel, Seetaucher, Säger und Kormorane auf dem Meer; Reiher und Watvögel in den Salinen.

Ausrüstung, Zeiten und Verhalten

  • Fernglas 8x30 oder 8x40; ein Spektiv hilft bei der Meeresbeobachtung und an den Salinen.
  • Zeiten: Morgengrauen und später Nachmittag. Im Winter wird es früh dunkel: bis 16 Uhr vor Ort sein.
  • Kleidung: Zwiebellook, gedeckte Farben, Wanderschuhe; Nord- und Ostwind an den Landspitzen sind häufig.
  • Auf Wegen und Straßen bleiben: Viele Feuchtgebiete sind privat oder eingezäunt.
  • Abstand zu rastenden Vögeln halten: Ein auffliegender Reiher verbraucht im Winter wertvolle Energie.
  • Geführte Touren: Info Park des Nationalparks in Portoferraio (+39 0565 908231) oder zertifizierte Natur- und Wanderführer.

Den Aufenthalt planen

Die Feuchtgebiete liegen zwischen Portoferraio und Porto Azzurro, die Landspitzen am Meer sind über die Insel verteilt. In der Nebensaison fahren Busse seltener, daher erleichtern Auto oder Roller den Start im Morgengrauen: siehe Auto- und Rollervermietung. Von einer Unterkunft in Portoferraio oder am Golf von Lacona erreichen Sie alle genannten Orte in weniger als einer halben Stunde: geöffnete Häuser finden Sie unter Übernachten auf Elba.

Fazit

Herbst und Winter auf Elba bieten nicht die großen Zahlen des Septemberzugs, dafür Arten, die es im Sommer nicht gibt, ruhige Wege und weiches, tiefes Licht. Ein Fernglas, ein früher Start und ein kurzer Blick auf Öffnungszeiten und Zugänge genügen.

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