In diesem Artikel
Kurz gesagt
Im Nationalpark ist das Sammeln nach dem toskanischen Regionalgesetz (L.R. 16/1999) erlaubt.
Urlauber zahlen 15 € pro Tag, 40 € pro Woche oder 100 € pro Jahr.
Limit: 3 kg pro Person und Tag. Die Kontrolle bei den Pilzberatungsstellen der USL ist kostenlos.
Zwischen Oktober und November, nach den ersten Herbstregen, ändert sich das Publikum in Elbas Wäldern: weniger Badegäste, mehr Wanderer und hier und da ein Pilzsammler mit Korb. Auch Urlauber dürfen mitmachen – allerdings gelten in der Toskana klare Regeln, strenger als viele Gäste erwarten. Das sollten Sie wissen, bevor es in den Wald geht.
Darf man auf Elba Pilze sammeln?
Ja. Rund die Hälfte der Insel gehört zum Nationalpark Toskanischer Archipel, und der Park stellt in seinen FAQ klar, dass das Pilzesammeln dort nach den geltenden regionalen Vorschriften erlaubt ist. Er weist aber auch darauf hin, dass örtliche Gewohnheitsrechte gelten können – eine kurze Nachfrage bei der jeweiligen Gemeinde lohnt sich.
Wichtig ist der Unterschied zur übrigen Flora: Wildblumen und wild wachsende Pflanzen dürfen im Park nicht gepflückt werden. Kastanien dagegen schon, im gesetzlichen Rahmen und außerhalb von Privatgrund – auf Elba gibt es Kastanienwälder allerdings nur in einem kleinen Gebiet.
Die Genehmigung für Urlauber
Die Grundregel in der Toskana ist einfach: Wer sammelt, braucht eine Genehmigung. Sie wird von der Region Toskana ausgestellt, nicht mehr von der Gemeinde, und gilt in der ganzen Region. Wer nicht in der Toskana wohnt, erhält eine befristete Touristengenehmigung.
Bezahlt wird über das System IRIS (pagoPA) oder per Überweisung. Als Verwendungszweck gibt man "Raccolta funghi", die Daten des Sammlers und bei der Touristengenehmigung den Gültigkeitstag bzw. die Woche an. Beim Sammeln Quittung und Ausweis mitführen.
Wer in einer toskanischen Gemeinde wohnt und dort sammelt, braucht keine Genehmigung.
| Kosten der Genehmigung | |
| Nicht in der Toskana ansässig · 1 Tag | 15,00 € |
| Nicht ansässig · 7 aufeinanderfolgende Tage | 40,00 € |
| Nicht ansässig · 1 Jahr | 100,00 € |
| Ansässig in der Toskana · 6 Monate | 13,00 € |
| Ansässig in der Toskana · 1 Jahr | 25,00 € |
Quelle: Region Toskana, Bestimmungen zum Pilzesammeln (Regionalgesetz 16/1999 i.d.g.F.). Beträge vor der Zahlung auf der Website der Region prüfen.
Mengen, Uhrzeiten und Hilfsmittel
Wie viel man sammeln darf
- 3 kg pro Person und Tag. Ausgenommen ist ein einzelner Pilz oder eine zusammengewachsene Gruppe, die allein schwerer ist.
- Gesammelt werden darf von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang.
Mindestgrößen
- Steinpilze: verboten bei einem Hut unter 4 cm.
- Kaiserling: verboten, solange die Lamellen nicht sichtbar sind.
Wie man sammelt
- Rechen und alle Geräte, die die oberste Bodenschicht aufwühlen oder Myzel und Wurzeln beschädigen, sind verboten.
- Pilze gehören in feste, luftdurchlässige Behälter wie den klassischen Weidenkorb, damit sich die Sporen beim Gehen verteilen.
- Plastiktüten sind verboten.
Vor dem Start lohnt auch ein Blick in die regionale Übersicht der örtlichen Einschränkungen, die von einzelnen Gemeinden beschlossen und regelmäßig aktualisiert werden.
Vor dem Kochen: die kostenlose Kontrolle
Das ist der wichtigste Punkt. Die toskanischen Gesundheitsbehörden (USL) betreiben Pilzberatungsstellen, die gesammelte Pilze kostenlos prüfen und ihre Essbarkeit bestätigen. Elba gehört zur USL Toscana Nord Ovest: Adresse und Öffnungszeiten vorab auf der Website der Gesundheitsbehörde prüfen, denn in der Nebensaison können sie eingeschränkt sein.
Es gilt eine einzige Regel: Kein Pilz kommt ohne sichere Bestimmung in die Pfanne, wird verschenkt oder eingelagert. Apps und Fotos an Freunde ersetzen keinen Pilzsachverständigen.
Wo und wann – ohne Fehler
Die Saison hängt mehr vom Regen als vom Kalender ab: Nach einem trockenen Herbst bleiben die Wälder selbst im November leer. Die beste Zeit liegt meist zwischen Mitte Oktober und Ende November, in den bewaldeten Gebieten im Inselinneren statt in der Küstenmacchia.
Drei Tipps gegen die häufigsten Probleme:
- Privatgrund. Zäune, Schilder und bewirtschaftete Flächen respektieren: Die Genehmigung erlaubt nicht überall den Zutritt.
- Wege. Wer im dichten Wald den Pfad verlässt, verliert schnell die Orientierung. GPS-Track mitnehmen und packen wie für eine richtige Wanderung.
- Nationalpark. Es gelten die Verhaltensregeln des Schutzgebiets: kein Feuer, kein Müll, keine Störung der Tiere.
Das Wochenende planen
Der Herbst ist Nebensaison: Die Preise sinken, aber ein Teil der Unterkünfte schließt. Buchen Sie die Unterkunft, bevor Sie die Ausflüge planen, bevorzugen Sie das Inselinnere oder Orte nahe den Wäldern und fragen Sie vorab nach einer Küche – praktisch, wenn Sie Ihre kontrollierten Pilze selbst zubereiten möchten.
Wer Elbas Wälder nicht kennt, startet am besten mit einem zertifizierten Wanderführer: Er kennt Wege, Grundstücke und Hänge und macht aus dem Ausflug einen gut organisierten Wandertag.
Fazit
Bezahlte Genehmigung in der Tasche, fester Korb, höchstens 3 kg, kein Rechen, USL-Kontrolle vor dem Kochen. Mit diesen fünf Regeln wird das Pilzesammeln zu einem guten Grund, im Herbst nach Elba zurückzukehren – und nicht zu einem Bußgeld oder Gesundheitsrisiko.