Wein- und Esskultur…Werbung zum Mitnehmen

Massimo Poli, bekannter Chefkoch der Insel Elba, spricht mit Elbamychef über Tourismus durch gute Küche.
"Ich möchte genau mit diesem Wortspiel beginnen: das richtige Wort wäre nämlich "Export", doch der Begriff "Mitnahme" gibt den Sinn der körperlichen Geste gut wieder. Sie werden sich fragen, welche Geste?? Nun!! Ich meine die, etwas physisch an irgendeinen Ort zu bringen. Genau diese Kraft hat nämlich die Wein- und Esskultur. Sie schafft es, das, was man bewerben will, auf materielle Weise in der Welt herumzutragen. Kann man das mit einem Strand tun?? Mit einem Waldpfad?? Mit einem Meeresgrund?? Oder mit einem Hotel ...die Frage ist rhetorisch und die Antwort liegt auf der Hand: NEIN!!
Dieser Bereich unseres heimischen Tourismus hingegen hat mit seinen Erzeugnissen und seinen Interpreten die Kraft, in allen Teilen der Welt ein vor allem sinnliches Rundum-Erlebnis erfahrbar zu machen, indem er jede beliebige Situation mit sich führt. Nicht nur sinnlich allerdings: gut organisiert, ist das Teilen auch geistig und kulturell. Wenn die Protagonisten es verstehen, die Gesprächspartner auf die richtige Weise einzubeziehen, können wir über Gerichte, Rezepte und Zutaten verständlich machen, wie ein Elbaner seine Insel erlebt hat und noch heute erlebt. Die Küche und der Wein erzählen vom Gebiet, sie erzählen von den gesellschaftlichen Verhältnissen, die in den verschiedenen elbanischen Epochen aufeinanderfolgten, sie erzählen von Leid, vom Teilen, von Geschichte. Es reicht von der soziopolitischen Analyse der verschiedenen Epochen bis zur volkstümlichen Erzählung des einzelnen Menschen, der, indem er Geschichte machte, bis zu uns gelangt ist. Tausend Dinge könnten wir erzählen, vom Essen, das man im "Kochgeschirr" ins Bergwerk mitnahm, bis zu den gastronomischen Einflüssen, die historisch mit den Schiffen kamen, wie Stockfisch und Klippfisch.
Doch ich möchte Sie mit einer Geschichte verlassen, die Zutaten ins Spiel bringt, die es auf der Insel gibt.
Ein altes Sprichwort lautet "ALLORA SAPETE COSA C'E' !?? LA FAVA VOLE L'OLIO E DOMANI VE NE ACCORGERETE....." (etwa: „Wisst ihr was!? Die Bohne will Öl, und morgen werdet ihr es merken....“). Ich bin nicht verrückt geworden: dieser Satz wird nämlich gesagt, wenn etwas geschieht und der Sprecher zu verstehen geben will, dass man nur abwarten muss, bis dann etwas eintritt, das nur er kennt. Die Geschichte erzählt von einem elbanischen Priester, der beim Öffnen des Korbes mit den Sonntagsspenden darin mehr getrocknete Saubohnen als Münzen fand. Warum das? Damals war der Besitz gering, und die getrocknete Bohne machte, wenn sie in den mit einem Leinentuch bedeckten Korb fiel, genau denselben Klang wie die Münze selbst. Nach vielen mageren Sammlungen beschloss der Priester, sich zu rächen, und am darauffolgenden Sonntag füllte er zum Zeitpunkt des Segens Öl statt Weihwasser in sein Fässchen. Während er die Gläubigen bespritzte, sprach er leise den schicksalhaften Satz "eh la Fava vole l'olio e domani ve ne accorgerete" (in dem Sinne, dass die Kleider nie wieder sauber werden würden). Der Spruch ist bis zu uns gelangt und ist bis heute in Mode ...das ist Elba, das sind seine Menschen, das ist seine verborgene Schönheit .....





