WIE MAN IN FORM BLEIBT UND DABEI SÜSSES ISST

Forschern einer amerikanischen Universität zufolge trägt das Dessert am Ende der Mahlzeit dazu bei, das Sättigungsgefühl über den Tag hinweg zu erhalten. So vermeidet man es, zu den häufigen Zwischenmahlzeiten zu greifen, die zur Gewichtszunahme beitragen
Wenn wir am Ende der Mahlzeit gegen die Versuchung eines Kuchens ankämpfen, den wir so gern mögen, und es nicht wagen, ein Stück davon zu erbitten, um es mit den Kalorien nicht zu übertreiben, dann machen wir uns nicht zu viele Gedanken: Geben wir der Versuchung ruhig nach, unsere Linie wird davon profitieren. Es mag auch schwer zu glauben sein, doch das versichert eine Untersuchung der Georgia State University in Atlanta, kürzlich in der Fachzeitschrift „Hippocampus“ veröffentlicht.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Süßspeisen nicht in gutem Maße zur Kalorienbilanz beitragen; daran ist nichts Revolutionäres. Doch den amerikanischen Wissenschaftlern zufolge können Kuchen, Gebäck und Eis uns helfen, eine gute Essgewohnheit beizubehalten. Das geschehe deshalb, weil zuckerhaltige Speisen das Gehirn dazu bringen, die Erinnerung an eine vollständige Mahlzeit zu bilden, der nichts mehr hinzugefügt werden muss, und daher das Sättigungsgefühl länger anhalten lassen.
Diese Nahrungsmittel, so die Untersuchung, aktivieren den dorsalen Hippocampus, also jenen Teil des Gehirns, der für die Bildung des „episodischen Gedächtnisses“ grundlegend ist – jenes Gedächtnisses, das Ereignisse festhält, die auf einen bestimmten Moment und eine bestimmte Umgebung begrenzt sind. Und eben das „episodische Gedächtnis“ steuert einen Teil unseres Verhaltens im Lauf des Tages, indem es uns daran erinnert, dass wir eine bestimmte Handlung bereits vollzogen haben und sie nicht wiederholen müssen.
Wozu also soll es dienen, am Ende der Mahlzeit etwas Süßes zu essen? Dazu, im Lauf des Tages nicht zu Zwischenmahlzeiten greifen zu müssen, ohne sich zu schwierigen und mitunter unmöglichen Willensanstrengungen zu zwingen. Dafür sorgt das Gehirn, das die Erinnerung an die bereits eingenommene Mahlzeit länger bewahrt und so das Hungergefühl nicht auslöst. „Wir glauben, dass das episodische Gedächtnis genutzt werden kann, um das Essverhalten zu steuern“, sagte Dr. Marise Parent, eine der Autorinnen der Studie. „Die wissenschaftliche Literatur ist reich an Untersuchungen, die gezeigt haben, dass mit der Zunahme der Zwischenmahlzeiten auch das Risiko für Übergewicht steigt.“
Der Theorie der amerikanischen Wissenschaftler zufolge ist es also, um das eigene Gewicht unter Kontrolle zu halten, entscheidend, an jenem Mechanismus anzusetzen, mit dem das Gehirn die Häufigkeit der Mahlzeiten steuert. Um zu diesen Schlussfolgerungen zu gelangen, haben sie im Lauf der Untersuchung festgestellt, dass eine Mahlzeit aus einer gezuckerten Lösung, Saccharose oder Saccharin, „die Ausbildung synaptischer Plastizität in den Neuronen“ des dorsalen Hippocampus bei Mäusen erhöht hat. Und das schlug sich prompt in einer späteren, weniger häufigen Nahrungsanforderung nieder als bei den Tieren, die normal ernährt worden waren.
Obwohl sie noch am Anfang steht, ist anzunehmen, dass diese Studie das Interesse all jener Naschkatzen wecken könnte, die sich bis heute fragten, wie es möglich sein sollte, abzunehmen und dabei Süßes zu essen.





